Kaum ein Thema hat in den letzten Monaten die Technikwelt so beschäftigt wie Virtual Reality. Also die gleichzeitige Wahrnehmung der Wirklichkeit und ihrer physikalischen Eigenschaften in einer interaktiven virtuellen Umgebung. Vielen Dank an dieser Stelle an Wikipedia. Besser hätte ich das auch nicht erklären können.

Um in diese virtuelle Welt abzutauchen, wird eine sogenannte VR Brille benötigt. Apropos abtauchen. Eine gewisse optische Ähnlichkeit zu alten DDR Taucherbrillen kann nicht gänzlich abgestritten werden.
Grob gesehen gibt es zur Zeit zwei verschiedene Techniken bei VR Brillen. Die eine benötigt einen äußerst leistungsfähigen Windows Computer, die andere ein Smartphone. Besitzt man einen solchen Computer, dann lohnt sich ein Blick auf Oculus Rift und HTC Vive.

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Im Bereich Mobile VR, also Virtual Reality mit dem Smartphone, gibt es mittlerweile eine Vielfalt an Lösungen. Samsung Gear VR und Google Cardboard gehören wohl zu den bekanntesten Vertretern.
Doch egal für welche Lösung man sich entscheidet, eines haben alle Brillen gemeinsam. Das Display des Smartphones übernimmt die Darstellung der virtuellen Inhalte.

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Genau hier fangen die großen Sorgen mit unseren kleinen, treuen Begleitern an. Inhalte werden bei Verwendung einer VR Brille für das linke und das rechte Auge getrennt aufbereitet. Das Display wird sozusagen horizontal halbiert. Im Umkehrschluss bedeutet dies, dass auch die Displayauflösung halbiert wird. Bei einem Smartphone mit einer Auflösung von 1920×1080 Punkten (Full HD) stehen jedem Auge nur noch 960×1080 Punkte zur Verfügung. Bei Betrachtung durch eine VR Brille verstärkt sich der Eindruck der geringen Displayauflösung. Pixelraster sind erkennbar und trüben den Spaß. Auch Smartphones mit WQHD Auflösung (2560×1440 Punkte) können über die Tatsache nicht hinweg täuschen, da die Displayauflösung für ein uneingeschränktes VR Erlebnis bei weiten nicht ausreicht.

Lösungsansätze

Naheliegend wäre es, die Displayauflösung der Smartphones drastisch zu erhöhen. Diese müsste jedoch um ein vielfaches höher ausfallen, als bei jetzigen High-End Smartphones. Selbst wenn dies technisch realisierbar wäre, ergeben sich weitere Auswirkungen. Für die Berechnung dieser enormen Anzahl von Pixeln, müsste ein entsprechend leistungsfähiger Prozessor zum Einsatz kommen. Dies hat wiederum erhebliche Auswirkungen auf die Akkulaufzeit.
Ein weiterer Punkt ist auch nicht unerheblich. Eine extrem hohe Displayauflösung macht außerhalb von VR Anwendungen keinen Sinn. Es gibt schlichtweg keinen Mehrwert.

Welche Möglichkeit gibt es noch? Die sinnvollste Lösung ist meiner Meinung nach die Integration des Displays in die Brille. So, wie es bereits Oculus und HTC mit ihren Windows Lösungen zeigen. Wie bereits eingangs erwähnt, erfordert dies aber eine kompetente Hardware. Dies ist auch bei Mobile VR nicht anders.

Die Vorteile einer solchen Lösung liegen jedoch klar auf der Hand:

  • Kein umständliches einsetzen des Smartphones
  • Geringeres Gewicht
  • Geringere Wärmeentwicklung
  • Geringerer Akkuverbrauch
  • Berechnung und Darstellung der maximalen Auflösung nur im VR Betrieb

Ich bin mit bewusst, dass die Umsetzung mit dem heutigen Stand der Technik noch nicht möglich ist. Doch die Entwicklung mobiler Prozessoren schreitet schnell und unaufhaltsam voran.
Der eingeschlagene Weg, die Displayauflösung immer weiter zu erhöhen, führt unweigerlich in eine Sackgasse.

Wie seht Ihr die Entwicklung? Wohin geht die Reise?

Über den Autor

Frank

Firmeninhaber und bereits seit über drei Jahrzehnten leidenschaftlicher Technikfan.

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